Der Langbogen

Der Langbogen ist der einfachste aller Bögen. Er besteht aus einem einzigen Stück Holz und kann daher nicht zerlegt werden. Er ist der traditionellste und wird seit ewig verwendet.

Langbögen wurden zumeist aus Eibenholz hergestellt. Da im Mittelalter die Eiben zum Bogenbau abgeholzt wurden, sind sie heute selten, sie stehen unter Naturschutz und sind deswegen heute relativ teuer. Ersatzweise wurde auch Esche und Ulme verarbeitet. Entgegen der weitläufigen Meinung wurde Haselnuss, obwohl zum Bogenbau geeignet, aufgrund seiner schlechten Wurfeigenschaften seltener verwendet.

Geeignete Äste oder geviertelte Stämme bilden das Rohmaterial für die Herstellung der Langbögen. Sorgfältig aus Herz und Korpus geschnitzt, verleihen die natürlichen Strukturen des Holzes dem Langbogen Eigenschaften, die schon fast mit denen der Recurvebögen zu vergleichen sind. Unter Erhaltung eines kompletten Jahresrings, der die Vorderseite des Bogens bildet, wird die dem Kernholz zugewandte Bauchseite gleichmäßig ausgedünnt, bis sich eine Knicke oder steife Regionen ergibt. Die einfache Form des Langbogens weist schon allein aufgrund der enormen Höhe nur eine leichte Krümmung mit geraden Enden auf, im Gegensatz zu dem an den Enden geschwungenen Reiterbogen der asiatischen Steppenvölker.

Aufbau eines Langbogens