Der Olympische Recurvebogen

Das Recurveschießen hat sich in den letzten Jahren zu einem immer populärer werdenden Sport entwickelt. Insbesondere Korea, China und viele andere fernöstliche Staaten verzeichnen Zuwächse. Anders als beim Blankbogen sind Stabilisatoren und Zielhilfen (->Visiere), Auszugsmarkierungen (Klicker),... erlaubt. Nahezu alle Länder die einen Bogenzweig im Schützenverband haben, gehören der FITA (Fédération International de Tir à l'Arc) an, die in Polen gegründet wurde. Die FITA ist vergleichbar mit der FIFA, also dem Weltweiten Fußballverband, der die Richtlinien für Plätze, Personal usw. stellt.

Der Aufbau eines Recurvebogens

Aufbau eines Recurvebogens

Das Griffstück

Das Griffstück ist der Zentrale Punkt des Bogens. Hier werden alle anderen Bestandteile befestigt. Das Griffstück ist meist aus Metall und wiegt 1000g-1500g. Es gibt viele Unterschiede in der Verarbeitung des Metalls, es gibt geschmiedete und gegossene. Auf dem Griffstück sind viele kleinere Teile angebracht, wie Pfeilauflage, Griffschale usw. Die Pfeilauflage ist ein kleiner Stab, welcher etwas aus dem Griffstück ragt und zur Halterung des Pfeiles verwendet wird. Ein weiterer wichtiger Teil ist der Button. Er ist ein kleines längliches Röhrchen mit einer Feder im inneren. Seine Aufgabe ist es den Pfeil beim Abschuss zu stabilisieren und die Verwindungen des Pfeils auszugleichen. Ein wichtiger Komfortfaktor ist die Griffschale. In ihr befindet sich die Hand des Schützen. Es gibt sehr viele verschiedene Ausführungen, unterschiedliche Formen, aber auch unterschiedliche Materialien. In den meisten Fällen ist die Griffschale aus Plastik oder Holz. Weiters ist auf dem Griffstück der sogenannte Klicker angebracht. Er ist ein kleines Hilfsmittel des Schützen. Der Pfeil wird unter ihn eingespannt und bei einer bestimmten Auszugslänge fällt er vom Pfeil auf das Griffstück herab. Beim Aufprall wird ein "Klick" hörbar und der Schütze hat einen standartisierten Pfeilauszug erreicht. Dies ist sehr wichtig, da bei verschieden starkem Auzug die Pfeile verschieden hoch fliegen und somit die Präzision nicht mehr gewähleistet ist.

Die Wurfarme

Die Wurfarme sind der 2. wichtigste Teil des Bogens. Mit ihrer Hilfe kann der Bogen erst gespannt werden. Sie werden oben und unten am Griffstück angebracht. Am oberen und unteren Ende wird die Sehne an kleinen Ausbuchtungen eingehängt. Die Wurfarme werden in den meisten Fällen aus Karbon oder Holz gefertigt. Es gibt aber auch zahlreiche andere Materialien. Die Zugstärke der Wurfarme wird in Lbs(=Pfund) angeben. Weiters gibt es verschiedenlange Wurfarme. Die häufigsten Längen sind: 66", 68", 70" . Der Längenunterschied macht sich auch in der Zugstärke bemerkbar. Je länger der Bogen, desto schwächer die Auszugsstärke mit der selben Wurfarmstärke. Die Wurfarme sind mit einem Schnellverschlusssystem am Griffstück befestigt, wodurch sie sehr schnell auf und wieder abgebaut werden können.

Die Sehne

Die Sehne ist der warscheinlich meist beanstpruchte Teil des Bogens. Sie wird mit jedem Schuss sehr stark belastet, da ein sehr hoher Zugdruck auf sie einwirkt. Um diesem enormen Druck standzuhalten wird ein spezielles Material namens Fast-Flight verwendet. Dieses Material ist beinahe reissfest und kann einem enormen Druck standhalten ohne bescädigt zu werden. Die Sehne sollte ihmmer gut gewachst sein, damit weniger Luftwiderstand auf sie einwirkt. Sehnen gibt es in vielen verschidenen Ausführungen. Unterschieden wird dabei die Länge und die Strangzahl. Je nach Länge des Bogens muss eine andere Sehnenlänge gewählt werden. Die Stranganzahl ist ein weiterer Faktor für die Geschwindigkeit der Sehne, je dünner die Sehne, desto schneller ist sie. Weiters ist es sehr wichtig, dass die Sehne eingedreht ist. Dies ist wichtig, da der Sehnenabstand zwischen Nockpunkt und Griffstück immer den selben Wert betragen soll. Mit der Zeit dehnt sich die Sehne etwas aus, dem kann man mit dem Eindrehen der Sehne vorbeugen. Auf der Sehne ist noch ein wichtiger Teil angebracht, der Nockpunkt. Der Nockpunkt ist jener Punkt, wo der Pfeil an der Sehne angelegt wird. Der Nockpunkt kann entweder eine Schnur, ein Metallstück oder eine Plastikvorrichtung sein.

Das Visier

Das Visier ist die Zielvorrichtung des Bogens. es besteht aus sehr vielen kleinen Schienen und Schrauben, welche ein präzises Einstellen des Visiers ermöglichen. Das Visier selbst ist meist ein kleiner Ring mit einem Einsatz. Dieser Einsatz kann ein Fadenkreuz, Punkt oder ähnliches sein. Dies hängt vom Schützen ab, die Wahl des Einsatzes ist jedem Schützen frei überlassen. Durch verstellen des Visiers kann der Schütze auf jede Distanz in die Mitte der Tafel zielen und das Visier verstellt nur den Blickwinken und somit die Neigung des Bogens.

Der Stabilisator

Jeder fortgeschrittene Recurveschütze hat einen Stabilisator auf seinem Bogen. Dieser Stabilisator wird an der Vorderseite des Griffstücks angebracht. Wahlweise können auch eine Spinne, Vorbau und Seitenstabilisatoren angebracht werden. Der Stabilisator dient als zusätzliches Gewicht, wodurch der Schütze weniger zittert und den Bogen ruhiger halten kann. Weiters nimmt der Stabilisator nach dem Abschuss die Schwingungen des Bogens auf und der Bogen befindet sich somit schneller wieder in Ruhe. Meistens ist an der Spitze des Stabiliators ein kleines Gummistück mit einem Gewicht angebracht. Dieses verbessert die Dämpfende Wirkung des Stabilisators sehr. Es können auch seitlich Stabilisatoren angebracht werden, diese helfen bei der Gleichgewichtsverteilung des Bogens. auf einer Seite wird ein Extragewicht angebracht, welches im Ausgleich zum Visier steht.